Meerwasserentsalzung: Nachbehandlung

Das Produkt der Meerwasserentsalzungsanlage ist nicht immer so, wie die Anwendung es erfordert. Oft gibt es weitere Behandlungsschritte, wie zb. eine Nachdesinfektion, um den Permeattank keimfrei zu halten.

Der pH-Wert des Permeates einer Umkehrosmoseanlage liegt oft 1 PH-wert unter dem des Speisewassers, also im leicht sauren Bereich. Der Salzgehalt liegt bei circa 70 bis 130 mg TDS/L, die Konzentration von Calcium, Magnesium und Bor liegen im Bereich von < 2 mg/L. Diese Werte sind von der Qualität des Speisewassers, des Salzgehaltes und der Temperatur abhängig.

Die benötigten Nachbehandlungsschritte hängen von der Art der Anwendung des Wassers ab:

Trinkwasser

Bewässerung

Prozesswasser (vollentsalzt)

Natriumchlorid

< 450 mg/L

SAR Optimierung

minimiert

Kalzium, Magnesium

Wasserhärte 6-10oD

minimiert

pH

6.5-8.5

Bor

<0,5 mg/L (WHO)

von der Art der Pflanzen abhängig

-

Desinfection

erforderlich

erforderlich

Trinkwasser

Natriumchlorid und Bor können ggf. nach einer Umkehrosmosebehandlung noch zu hoch sein. In dem Falle muss eine zweite Entsalzungsstufe folgen. Mit dieser Methode wird der Gehalt an Kalzium- und Magnesium auf beinahe Null reduziert, was nicht wünschenswert ist. Es macht das Wasser aggressiv und verändert den Geschmack. Aus diesem Grund wird nach der Entsalzung oft eine Remineralisierung geschaltet, um eine empfohlene Härte von 8°dH (100 mg/L CaCO3) zu erreichen. Diese Lösung erfüllt die Anforderungen an gutes Trinkwasser mit geringem Natrium- jedoch hohem Kalziumgehalt.

Bewässerungswasser

Wasser zur künstlichen Bewässerung von Pflanzen ist komplizierter als es den Anschein hat, da eine gute Aufnahme von Natrium, Kalzium und Magnesium in den Böden nur dann stattfindet, wenn sich diese im Gleichgewicht befinden. Dieses Gleichgewicht wird über die Natrium-Adsorptionsrate (SAR) und die elektrische Leitfähigkeit (EC) gemessen:

Für viele Pflanzen sind die Borkonzentrationen, die nach der Meerwasserentsalzung noch leicht hoch sind, da sie die Membranen leicht permeiren, giftig und muss entfernt werden. Um die minimale Leitfähigkeit von 0,3 dS/cm (ca. 200 mg/L TDS), oder eine genügend hohe Konzentration an Kalzium und Magnesium, aufrechtzuerhalten, sollte jedoch eine zweite Entsalzungsstufe vermieden werden. Eine Möglichtkeit wäre hier zum Beispiel die Verwendung eines spezifischen Ionenaustauscherharzes zur Borentfernung mit anschließender Remineralisierung.

Prozesswasser

Prozesswasser ist ein sehr allgemeiner Begriff, der alle Arten von Wasser beinhalten kann. Die Anforderungen an das Wasser sind je nach Industrie und Anwendung verschieden. Oft wird Kühlwasser benötigt oder Wasser für Wärmetauscher, Boiler, Spülzwecke oder direkt für die Produktion. Die Qualitäten reichen von einfachem Kühlwasser bis zu vollentsalztem Deminwasser.

Oft jedoch muss das Wasser so angespasst werden, dass es für die einzelnen Kühl- und Heizvorrichtungen im Betrieb verwendet werden kann und damit weder aggressiv (korrodierend) noch verkalkend reagiert. Ebenso muss das Wasser keimfrei bleiben.

Mehr zum Thema Demineralisation gibt es hier: Polierschritte bei der Entsalzung

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Stichpunkte:

Vorbehandlung zur Entsalzung

Nachbereitungsmaßnahmen

Polierschritte

Entsalzung durch Umkehrosmose

Reinigung der Membranen (CIP)

Containerisierung