Elektromembranprozesse
Elektromembranprozesse bestehen aus solchen Technologien, die den elektrischen Potentialgradienten als treibende Kraft des Ionentransports verwenden. Sie sind eine immer wichtiger werdende Gruppe von Trennmethoden zur Entfernung geladener Komponenten aus Lösungen, wie z. B. zur Herstellung von Trinkwasser aus Brackwasser.
Die wichtigsten Elektromembranprozesse sind:
- Elektrodeionisation (EDI)
- Elektrodialyse (ED)
- Elektrodialyse-Umkehrung (EDR)
- Elektrodialyse mit bipolarer Membran (EDBM)
- Kapazitive Entionisierung (CDI)

Abb.1, Schematische Beschreibung des Elektrodialyse-Umkehrprozesses
In letzter Zeit werden diese Prozesse in Bereichen wie Energieerzeugung, Lebensmittelverarbeitung, Körperpflegeprodukte, Gesundheitswesen, Produktion von hochwertigem Wasser, Trennung von Biomolekülen, Sensoren, organische Trennung, industrielle Abwasserbehandlung usw. angewendet.
Die Grundelemente der Elektromembran-Technologien können Ionenaustausch oder bipolar sein. Über diese geladenen Membranen (eine polymere Matrix mit fixierten geladenen Gruppen, die mit beweglichen Gegenionen ausgeglichen werden), die in das elektrische Feld gebracht werden, findet eine Ionenwanderung statt. Je nach Typ der festen Ionenaustauscher (IX)-Gruppen können die Membranen kategorisiert werden in:
- a. Kationenaustauschermembranen (CM)
Diese Membranen enthalten in ihrer Polymermatrix saure Ionenaustauschergruppen mit negativer elektrischer Ladung (-SO3-, COO-), wodurch nur Partikel mit positiver Ladung frei passieren können. Der Durchgang von negativ geladenen Partikeln wird drastisch reduziert.
- b. Anionenaustauschermembranen (AM)
Diese Membranen enthalten in ihrer Polymermatrix basische Kationenaustauscher-fixierte Gruppen (-NR3+, wobei R Wasserstoff oder eine Alkylgruppe ist), wodurch nur Partikel mit negativer Ladung frei passieren können. Der Durchgang von positiv geladenen Partikeln wird drastisch reduziert.
a.
- Vorteile von Elektromembranverfahren:
- hohe Effizienz der Stofftrennung ohne Phasenübergänge,
- einfache Weiterführung und Automatisierung, geringer Platzbedarf,
- geringerer Energieverbrauch im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren
- Möglichkeit, geschlossene abfallfreie technologische Knotenpunkte oder ganze Technologien zu schaffen.
b.
- Nachteile von Membranverfahren:
- Entfernung von sogenannten Membrangiften durch Vorbehandlung von Lösungen,
- Fouling (Beschichtung schwerlöslicher Stoffe auf der Membranoberfläche).
Die Übersicht über die wichtigsten und am weitesten verbreiteten Elektromembranverfahren finden Sie in diesem Abschnitt.