Schwefel (S) und Wasser

Schwefel liegt im Wasser in verschiedenen chemischen Formen vor und gewöhnlich nicht als elementarer Schwefel. Diese Formen haben unterschiedliche Quellen und Auswirkungen auf die Aufbereitung: Schwefelwasserstoff (H2S) kann einen Geruch nach faulen Eiern verursachen, Sulfat (SO42−) ist ein gelöstes Ion, und Sulfidminerale können zur Entstehung saurer Grubenwässer beitragen.

Wasseraufbereitungsanlage und Wasserprobe zur Veranschaulichung von Schwefelverbindungen und deren Aufbereitung.

Schwefelwasserstoff und Geruch

Schwefelwasserstoff kann in sauerstoffarmem Grundwasser vorkommen oder entstehen, wenn Mikroorganismen Sulfat unter anaeroben Bedingungen reduzieren. Er hat einen charakteristischen Geruch nach faulen Eiern, der schon bei niedrigen Konzentrationen wahrnehmbar sein kann und die Akzeptanz von Trinkwasser beeinträchtigen kann. Die WHO weist darauf hin, dass Sulfide in gut belüftetem oder chloriertem Wasser leicht oxidiert werden, sodass ihre Konzentrationen in sauerstoffhaltiger Wasserversorgung gewöhnlich niedrig sind.

Je nach Wasseranalyse kann zur Aufbereitung eine Belüftung oder ein chemisches Oxidationsmittel eingesetzt werden, um Sulfid umzuwandeln. Anschließend können die gebildeten Partikel durch Filtration zurückgehalten werden. Das Verfahren muss entsprechend der tatsächlichen Konzentration, dem pH-Wert und den übrigen Inhaltsstoffen ausgewählt werden; die Entfernung muss durch Tests bestätigt werden.

Sulfat und Ablagerungen bei der Umkehrosmose

Sulfat ist nicht dasselbe wie Schwefelwasserstoff. Es liegt häufig gelöst im Wasser vor und bedeutet für sich genommen nicht, dass sich Ablagerungen bilden. In Umkehrosmoseanlagen kann die Ausfällung von Calciumsulfat zum Ablagerungsrisiko werden, wenn Calcium und Sulfat im Konzentrat so stark angereichert werden, dass die Löslichkeitsgrenze für Calciumsulfat überschritten wird. Das Risiko hängt von der Zusammensetzung des Speisewassers, der Ausbeute, der Temperatur und den Betriebsbedingungen ab. Wasseranalysen und Berechnungen des Ablagerungsrisikos dienen als Grundlage für die Wahl der Vorbehandlung und der Betriebsbedingungen.

Schwefelminerale und saure Grubenwässer

Wenn Sulfidminerale wie Pyrit beim Bergbau oder bei Erdarbeiten Luft und Wasser ausgesetzt werden, kann ihre Oxidation Säure und Sulfat erzeugen und zugleich Eisen, Aluminium und andere Metalle mobilisieren. Dieser Prozess kann saure Grubenwässer entstehen lassen und Fließgewässer sowie Grundwasser beeinträchtigen. Bewertung und Sanierung hängen von der Geologie des Standorts, der Wasserchemie und den vorhandenen Metallen ab.

Zuletzt überprüft: 31. Oktober 2026 von Lenntech.

Quellen und weiterführende Informationen