Fluor und Fluorid im Wasser

In Wasser liegt Fluor als gelöste Fluoridionen (F−), nicht als elementares Fluorgas (F2). Fluorid kann auf natürliche Weise aus Gesteinen und Mineralien ins Grundwasser gelangen; manche Gemeinden setzen im Rahmen lokaler Programme außerdem der öffentlichen Wasserversorgung Fluorid zu.

Grundwasserprobe, die eine Aufbereitungssäule mit aktiviertem Aluminiumoxid durchläuft; nach der Behandlung wird klares Wasser aufgefangen.

Fluor und Fluorid sind nicht dasselbe

Elementares Fluor ist äußerst reaktiv und liegt in gewöhnlichem natürlichem Wasser oder Trinkwasser nicht in dieser Form vor. Die Bezeichnung Fluorid bezieht sich auf das gelöste F−-Ion. Seine Konzentration hängt von den örtlichen geologischen Verhältnissen, den Grundwasserbedingungen und der Wasseraufbereitung ab. Um die Konzentration in einer bestimmten Wasserversorgung zu bestimmen, ist eine Untersuchung erforderlich.

Natürliches Fluorid und Fluoridierung des Wassers

Fluorid kommt in vielen Gewässern natürlich vor. Grundwasser kann erhöhte Konzentrationen aufweisen, wenn es mit fluoridhaltigen geologischen Materialien in Kontakt gekommen ist. Davon unabhängig setzen manche Länder und Regionen eine kontrollierte Fluoridierung des Trinkwassers als Maßnahme der öffentlichen Gesundheit ein, um Karies vorzubeugen. Solche Programme und ihre Zielkonzentrationen beruhen auf politischen Entscheidungen, die je nach Land und Region unterschiedlich ausfallen; die Fluoridierung ist keine allgemeine Anforderung an Trinkwasser.

Gesundheitliche Aspekte und Richtwerte

Bei angemessener Exposition kann Fluorid helfen, Karies vorzubeugen. Eine langfristig zu hohe Aufnahme kann dagegen das Risiko einer Dentalfluorose bei sich entwickelnden Zähnen und bei noch höherer Exposition das Risiko einer Skelettfluorose erhöhen. Die Gesamtexposition kann aus Trinkwasser, Lebensmitteln und Zahnpflegeprodukten stammen. Der WHO-Richtwert für Fluorid im Trinkwasser beträgt 1,5 mg/L; örtliche Grenzwerte können abweichen und sollten bei der zuständigen Wasserbehörde erfragt werden.

Senkung überhöhter Fluoridkonzentrationen

Wenn eine Wasseranalyse eine überhöhte Fluoridkonzentration bestätigt, kann die Aufbereitung durch Adsorption an aktiviertem Aluminiumoxid oder durch Membranverfahren wie Umkehrosmose erfolgen. Das geeignete Verfahren hängt von der Fluoridkonzentration, dem pH-Wert, konkurrierenden gelösten Stoffen, der Durchflussmenge, den Anforderungen an das aufbereitete Wasser sowie dem Umgang mit dem Reststrom oder dem verbrauchten Filtermaterial ab. Die Wirksamkeit der Aufbereitung sollte durch Untersuchung des aufbereiteten Wassers überprüft werden.

Zuletzt überprüft: 31. Oktober 2026 durch Lenntech.

Quellen und weiterführende Informationen