Resistenzbildung von Mikroorganismen
Resistenzbildung von Mikroorganismen gegenüber Desinfektionsmitteln.Seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts werden Oxidationsmittel wie Chlor und Ozon zur Desinfektion bei der Aufbereitung von Trinkwasser verwendet. Bei der Desinfektion und Entkeimung von Wasser unterscheidet man grundsätzlich zwischen chemischen und physikalischen Verfahren. Zu den chemischen Verfahren zählen Desinfektionsmittel wie Chlor, Chlordioxid, Hypochlorit, Kaliumpermanganat, Brom und Ozon. Ultraviolette Strahlung ist ein Beispiel für ein physikalisch wirkendes Desinfektionsverfahren.Desinfektionsmittel werden in der Wasserreinigung eingesetzt, um krankheitserregende Mikroorganismen abzutöten. Desinfektionsmittel inaktivieren mikrobiologische Krankheitserreger durch eine vielzahl von biochemischen Reaktionen, u.a. indem sie lebenswichtige Vorgänge unterbrechen oder die äußere Zellwand zerstören. Allerdings variiert die Empfindlichkeit der Mikroben gegenüber den Desinfektionsmitteln beträchtlich. Die folgende Tabelle gibt einige Informationen über die im Wasser lebenden Krankheitserreger:
Resistenzbildung von Mikroorganismen
Die Resistenzbildung von Mikroorganismen gegenüber Desinfektionsmitteln kann auf verschiedene Weisen geschehen. Zum einen besitzen Mikroorganismen die bemerkenswerte Fähigkeit, sich veränderten Lebensbedingungen sehr schnell anzupassen. So produzieren bestimmte Bakterien sogenannte Exopolysaccharide und formen so einen Biofilm. Die biofilmbildenden Bakterien sind meistens nicht pathogen. Es besteht allerdings die Möglichkeit, dass sich krankheitserregende Bakterien und Viren in dem Biofilm einnisten, um sich so vor Desinfektionsmitteln zu schützen. Untersuchungen haben gezeigt, dass Bakterien im Biofilm eine bis zu 3000 mal höhere Resistenz gegenüber Chlor aufweisen, als Bakterien, die sich im Wasser befinden. Außerdem können einige Bakterien Sporen bilden. Bakterielle Sporen überleben extreme Hitze, Kälte, Trockenheit und hohe Desinfektionsmittelkonzentrationen. Sie überdauern diese lebensfeindlichen Umweltbedingungen in einem schlafähnlichen Zustand und werden erst wieder aktiv, wenn sich die Lebensbedingungen verbessert haben. Zum anderen existieren in wässrigen Systemen viele Arten von Mikroorganismen, die auf Desinfektionsmittel unterschiedlich empfindlich reagieren. So kann es bei einer Desinfektion zu einer Veränderung der Artenzusammensetzung kommen, aber nicht zu einer wirklichen Reduktion der Zahl von Mikroorganismen. Zu den Desinfektionsresistenten Mikroorganismen zählen Mycobakterium ssp., Pseudomonas aeruginosa, Giardia intestinalis, Legionella, Staphylococcus aureus und das Norwalk Virus. Um die Resistenzbildung der Mikroorganismen zu vermeiden, werden die verwendeten Wirkstoffe häufig gewechselt oder untereinander kombiniert. Auch eine Optimierung der Dosierungsintervalle von Oxidationsmitteln hat sich in diesem Zusammenhang als effektiv herausgestellt. Desweiteren kann anstelle von Chlor, Ozon oder ultraviolette Strahlung eingesetz werden. Der Vorteil von UV-Strahlung und Ozon ist, dass die Mikroorganismen keine Immunität gegen diese Desinfektionsverfahren entwickeln können. UV-Desinfektion ist nicht nur wirksam und sicher, es verändert auch weder den Geschmack, die Farbe noch den Geruch des Wassers. Darüberhinaus sind UV-Systeme sehr einfach anzubringen und wartungsfreundlich. Allerdings geht von der UV-Strahlung keine desinfizierende Langzeitwirkung aus. Falls Sie Fragen zu Themen der Wasser- oder Oberflächendesinfektion haben, können Sie sich jederzeit mit uns in Verbindung setzen. | ||||||||||||||||||||||||||




Prozesswasser
Waste water treatment
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